Königsdiziplin: Was Ihr Wording über Ihr Unternehmen verrät

„Ein wahrer König schaut nicht, was er sich nehmen kann. Er schaut, was er geben kann.“

Diesen weisen Rat gibt der Löwe Mufasa, Herrscher der Steppe, seinem Sohn Simba, dem künftigen Thronfolger, in dem Disney-Klassiker “Der König der Löwen”. Das gilt natürlich auch für Königinnen und Töchter. Und damit sind wir dann auch schon mitten im Thema. Wir reden über den Stellenwert ‚Unternehmerischer Wortkultur‘ in der Marketing- und Arbeitswelt der Zukunft. Wer eine einheitliche, klar definierte Wortkultur pflegt, stärkt seine Unternehmens- und Markenidentität.

Das Corporate Wording zur Corporate Identity

Ein authentisches Wording ist kein Zufallsprodukt und immer auch eine Frage des guten Tons – der Kultur eines Unternehmens oder einer Organisation. Im gelungenen Zusammenspiel ergibt sich daraus eine stimmige ‚Unternehmerische Wortkultur‘ – das Corporate Wording. Warum in diesem Zusammenhang Geben wichtiger ist als Nehmen, erläutern wir hier und in unseren Workshops über Wording und Unternehmenskultur. Das verstehen wir übrigens darunter:

Unternehmerische Wortkultur =

  • Unternehmenskultur, die sich in der Sprache ausdrückt
  • im schriftlichen + gesprochenen Wort
  • analog zum Corporate Design als Bestandteil der Corporate Identity (CI)

Unternehmenskultur und Employer Branding

Wer eine einheitliche, klar definierte Wortkultur pflegt, stärkt seine Unternehmens- und Markenidentität. Es geht nicht nur darum, Kunden zu binden oder potentielle Wunschkunden zu erreichen, sondern sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Employer Branding ist das Stichwort. Die Königsfrage lautet: Was haben wir zu geben?

Mufasa weiß, dass Geben wichtiger als Nehmen ist. Und verrät uns damit nicht nur, was es heißt, ein guter König zu sein. Er erinnert uns daran, was in der Unternehmenskommunikation oft vergessen wird: Die Perspektive des Kunden einzunehmen. Wie wenig Beachtung sie findet, erleben wir in typischen Pressemitteilungen oder auf der Homepage. Wie oft haben auch Sie solche Sätze gelesen oder vielleicht selbst geschrieben? – „Wir sind Weltmarktführer” oder “Seit zehn Jahren sind unsere Produkte erfolgreich am Markt”

Was sollen Ihre Leser*innen damit anfangen? Sollten sie applaudieren? Das klappt meistens nicht, denn diese Botschaften lassen keinen packenden Film im Kopf entstehen. Sie dienen eher der Selbstbeweihräucherung. Sie verraten nicht, was Sie zu geben haben. Genau das ist jedoch die Königs-Disziplin erfolgreicher Unternehmenskommunikation: Sie stellt den Nutzen Ihrer Leistungen und Produkte in den Vordergrund. Denn Ihre Kunden wollen definitiv wissen, was sie für ihr Geld bekommen.

Kein Applaus? Wie kommt‘s?

Warum lesen wir dennoch so häufig über das „Höher-Schneller-Weiter” vieler Unternehmen? Weil Sätze wie diese leicht „passieren“, solange wir Texte und Botschaften allein aus Sicht des Unternehmens oder Anbieters formulieren. Die Fragen dahinter lauten meist: Was kann ich? Wie großartig bin ich? Und vor allem: Was will ich erreichen?

Zugegeben, das funktioniert einfacher, denn meist wissen Unternehmen das recht genau. Sollten sie auch. Und zwar, um diese Qualitäten oder Leistungsstandards in ihren Unternehmenszielen zu definieren. Allerdings nicht zwangsläufig in der Unternehmenskommunikation.

Stellen Sie sich doch einmal folgende Fragen:

  • Was verändern Ihre Produkte oder Dienstleistungen für Ihre Kunden?
  • Welche Probleme lösen Sie als Unternehmen?
  • Welche Hoffnungen / Wünsche erfüllen Ihre Leistungen?

Denn die Antworten zeigen nicht nur, was Sie Ihren Kunden geben können. Aus ihnen generieren Sie (oder wir gemeinsam) die Schlüsselwörter für ein zielgruppenrelevantes Wording, Ihre Corporate Language, letztendlich: Ihre Wortkultur. Sie sind ein elementarer Fundus und die Basis für Suchmaschinen optimierte Online-Texte oder den roten Faden in Ihren Printmedien.

Corporate Language:
Kreative Wege führen zum Ziel

Damit ein wirksamer Perspektivenwechsel gelingt, nutzen wir in der ganzheitlichen Beratung Elemente aus der Systemaufstellung, Impulse aus dem Kreativen und intuitiven Schreiben. Unser Konzept basiert auf unserer Erfahrung in der Unternehmenskommunikation und im Marketing. Darüber hinaus verknüpfen wir die klassische Beratung mit intuitiven Ansätzen und erschließen Lösungen durch emotionales Wahrnehmen und Erleben in einem kreativen Prozess.

Gleichzeitig machen wir deutlich, dass eine überzeugende und glaubhafte Sprache (Corporate Language) kein Zufallsprodukt ist, sondern das Ergebnis eines systemischen und strategischen Prozesses, der alle relevanten Aspekte einbezieht, insbesondere das Wissen um die Zielgruppe. Entscheidend ist dabei auch die Erkenntnis, dass ‚Unternehmerische Wortkultur‘  für die Unternehmensidentität – die Corporate Identity – ebenso wichtig ist, wie ein Corporate Design.

Unverwechselbar statt massenkompatibel

Das heißt: Das Wording oder die Corporate Language wird bewusst ausgewählt und konstant angewendet, ist vereinheitlicht und gleichzeitig charakteristisch. Im Bestfall: unverwechselbar.

Unternehmerische Wortkultur ist allerdings mehr als eine gute Wortwahl, sie kennzeichnet auch den ‚guten Ton‘ im Unternehmen, den zwischenmenschlichen Umgang miteinander – auch im gesprochenen Wort. Denn letztendlich steht sie für die Haltung des Unternehmens gegenüber Kund*innen und Mitarbeitenden. Sie hat eine Wechselwirkung, im Innen wie im Außen. Sagen Sie selbst: Wem hören Sie lieber zu? Dem Löwen, der brüllt, oder einem Gegenüber, der in wohl gesetzten Worten auf Augenhöhe mit Ihnen spricht?

Was seit jeher für Geschäftsbriefe gilt, hat bis heute für jede Art der Kommunikation Gültigkeit: der Ton macht die Musik. Daran hat sich auch im digitalen Zeitalter nichts geändert. Es sei denn, Sie positionieren sich bewusst provokativ, weil Ihre Zielgruppe das von Ihnen erwartet. Ansonsten dürften auch Sie eher mit einem seriösen Auftritt überzeugen, egal wie hipp oder laut Ihre Produkte sind.

Der Mensch kauft nur, was er versteht!

Das ist eine Binsenweisheit im Marketing. Sie ist eng mit einer branchen- und zielgruppengerechten (An-)Sprache verbunden. Ob für Imagebroschüren, Websites, E-Mails oder Posts in Social Media: Sprechen Sie die Sprache Ihrer Leser*innen. Wie viele Anglizismen oder Fachbegriffe Sie verwenden, ob Sie gendern oder nicht, hängt zudem davon ab, welche ‚Medien‘ Sie bedienen. So ist ein freundliches Du auf Facebook vielleicht angemessen, in der Imagebroschüre eher nicht. Und ein konservativer Stil, der zu Ihrem Unternehmen passt, kann durchaus zeitgemäß sein. Zeitgeist allein legitimiert hingegen keine legere Tonart, wenn Sie nicht zu Ihrem Image passt.

Die ersten 4 Schritte zum Corporate Wording

  • Erstellen Sie ein Glossar aller Begriffe, die in Ihrer Kommunikation verwendet werden sollen.
  • Erstellen Sie eine Checkliste für den guten Ton.
  • Definieren Sie Rechtschreibregeln.
  • Befolgen Sie die Grundregeln professioneller Kommunikation.

Der rote Faden für Ihre Kommunikation

Ob Ihre Kunden lesen, zuhören und letztendlich ‚verstehen‘, hängt davon ab, ob sie sich wiederfinden – ob sie sich mit Ihren Leistungen und Werten identifizieren können. Ob sie Protagonisten in Ihrer Unternehmenswelt sind oder werden wollen. Denn eine stimmige Wortkultur definiert nicht einfach Ihre Leistungen, sondern fasst Ihre Identität in Worte, formuliert und pflegt Ihr Image – sie ist der rote Faden, dem Ihre Kunden und Mitarbeitenden folgen können.

Eine einheitliche Wortkultur ist für uns allerdings mehr als Wording oder Corporate Language. Wir beziehen sie nicht nur auf das geschriebene, sondern auch auf das gesprochene Wort. Auf den guten Ton im Unternehmen, der Beziehungen schafft und festigt. Welchen Nutzen Sie insgesamt davon haben, fassen wir in Kürze zusammen.

Was und wen erreichen Sie mit Unternehmerischer Wortkultur?

  • Sie gewinnen das Interesse potenzieller Kunden, indem Sie Ihre Kommunikation nach deren Perspektive ausrichten.
  • Sie stärken Ihre Unternehmensidentität durch einen einzigartigen Sprachstil und eine gepflegte Wortkultur im gesprochenen und geschriebenen Wort.
  • Sie bieten eine Orientierungshilfe für Ihre Mitarbeitenden, sorgen für den guten Ton im Unternehmen und stärken die Zugehörigkeit.
  • Sie sind authentisch und erhöhen Ihre Wiedererkennbarkeit.
  • Sie heben sich von Mitbewerbern ab.
  • Sie reduzieren Kosten durch effizientere Kommunikation. Dank eines roten Fadens, der allen Beteiligten ins Blut übergeht.
  • Sie schaffen Vertrauen bei Geschäftspartnern und (potentiellen) Mitarbeitenden, vermitteln Seriosität und Integrität.

Wie finden Sie die richtigen Worte?

Sie wollen Ihre Wortkultur optimieren? Herausfinden, wie Ihre Sprache bei Ihren Kunden ankommt? Wir helfen Ihnen, die richtigen Worte zu finden und sie zielführend in Ihr Unternehmen zu integrieren. Im bewährten Team aus Kommunikationsexperten beraten wir Sie gern im Vorfeld – etwa im Rahmen einer Systemaufstellung als bewährtes Analyse- und Beratungstool.

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