Herz ist eine Sprache, die wir verstehen!

Buchtipp _ Poesien von Henri Hirt:

Der Titel seines kleinen, feinen Gedichtbandes spricht uns aus dem Herzen. Henri Hirt und seine eigenwilligen Poesien sind unsere Entdeckung des Jahres, die wir gern mit vielen Menschen teilen. Denn der 22-jährige Mann mit Trisomie 21 ist ein wunderbares Beispiel dafür, dass wir über uns hinauswachsen können und unser Ziel erreichen, wenn wir beharrlich an uns glauben.

„Wichtig ist, dass ich Geld verdiene. Sprache ist mein Leben. Mit Sprache verdiene ich Geld“, betont er. Das verstehen wir natürlich! Sprache ich auch unser ‚tägliches Brot‘. Und daher unterstützen wir den ambitionierten Schriftsteller mit Down-Syndrom natürlich gern. Außerdem wünschen auch wir uns eine Welt, in der jeder Mensch seine Talente ausschöpfen kann und sich nicht von Etikettierungen einschränken lässt.

Empathie und Herzensbildung – ein idealer Mix

„Ich möchte Schriftsteller werden!“ Das weiß Henri Hirt seit seiner Schulzeit. Sein Traum geht in Erfüllung. In diesem Jahr ist sein erster Gedichtband erschienen, mit außergewöhnlichen Texten, in denen er uns offenherzig in seine Welt mitnimmt. Henri Hirts Sprache zeugt von Herzensbildung und Empathie. Bei der Auswahl seiner Gedichte haben ihm sein Herausgeber Gilbert Fels, sein Verleger Peter Schlack und seine Mutter geholfen.

Das machen Schriftsteller so!

„Ich schreibe meine Gefühle auf. Ich schreibe meine Gedanken auf. Das machen Schriftsteller so“, erklärt Henri Hirt selbstbewusst und wir erfahren etwas über seinen Lebensweg. Er hat eine inklusive Grundschule und Realschule besucht und anschließend ein freiwilliges Soziales Jahr in einer Stadtverwaltung absolviert. Heute arbeitet er als Bürohelfer. Er sortiert Akten, druckt Formulare aus und schreddert gern. Außerdem ist er freiberuflicher Prüfer für Leichte Sprache, was uns ebenfalls begeistert. Denn wort + !dee liefert seit einigen Jahren auch barrierefreie Texte und Übersetzungen in Leichter Sprache.

Ich bin ein Jeck. Ich bin kein Gag.

Geboren ist Henri Hirt im Jahr 2003 in Köln. Das ist die Stadt seines Herzens. „Ich liebe den Dom und den Karneval“, erfahre ich. Aktuell lebt er bei seinen Eltern in Walldorf bei Heidelberg. „Meine große Schwester wohnt in Wuppertal. Ich liebe sie alle.“ Für seine Mutter Kirsten Erhardt findet Henri auch in seinen Texten liebevolle, bewundernde und humorvolle Worte. Sie ist ein wichtiger Mensch für ihn. »Ich bin gerne Sohn«, sagt der humorvolle Poet, der auch einen ganz wichtigen Vater hat.

Henri Hirt beim Signieren seines Buchs "Herz ist die Sprache, die wir verstehen"
Henri Hirt beim Signieren seines Buchs „Herz ist die Sprache, die wir verstehen“

Henri Hirt liebt und lebt mit ganzem Herzen. Das bringt der Frauenversteher, wie er sich selbst bezeichnet, in 11 Kapiteln wortreich zum Ausdruck. „Frauen sind die Schätze der Welt“, schreibt er und betont an anderer Stelle: „Ein Frauenhasser vergiftet das Wasser“.

Goethe, Schiller und Henri

Henri Hirt ist vielseitig talentiert. Er schwimmt gern, unter anderem in einer Special Olympics-Mannschaft, interessiert sich für Geschichte und Politik. Und es gibt keinen Tag, an dem er nicht schreibt: über Gott und die Welt. Er schreibt nicht nur Gedichte, sondern auch Balladen, Märchen und Theaterstücke. Seine Texte sind hoffnungsvoll, dankbar und zuversichtlich, aber auch kritisch. Ober er stolz ist auf sein Talent? „Ich weiß es nicht. Ich bin, wie ich bin. Das ist ein Satz von Goethe“, antwortet er: „Ich bin zum Schriftsteller geboren.“

Bereits ein wenig berühmt

„Ich liebe den ‚Erlkönig‘ von Goethe, war in Schillers Wohnhaus in Weimar. Bei Goethe war ich auch, in Weimar und in Frankfurt“, erfahre ich. Und dass er am liebsten über berühmte Personen liest, über Könige, Päpste, Politiker und Schauspieler. Inzwischen ist Henri Hirt selbst ein wenig berühmt. Für ein Comic zum Thema ’stark‘ und ‚Mut‘ hat er im Jahr 2021 den Publikumspreis »Die Kunst der Einfachheit« in Berlin gewonnen. Nun ist es für ihn eine große Ehre, seinen Gedichtband bei Lesungen vorzustellen. »Meine Familie freut sich mit mir. Alle finden mein Buch toll.«

Henri Hirt ist durch und durch optimistisch: „Ich trage den Hut und alles wird gut.“
Henri Hirt ist optimistisch: „Ich trage den Hut und alles wird gut.“

Es ist ihm nicht wichtig, was andere sagen, er geht einfach seinen Weg. „Ich möchte den Literatur-Nobelpreis gewinnen, in Köln alt werden, eine Schriftstellerin heiraten und mit ihr im Haus meiner Eltern leben.“ Henri Hirt weiß, was er will!

Wer das Buch zum Preis von 18 Euro plus 2 Euro für Porto und Versand bestellen möchte, kann das direkt: ich-bin-henri@web.de

Fotos: Jana Stein; Henri Hirt