Zuwanderung als Chance

Markus Oppermann gehört seit mehr als 20 Jahren zur Führungsspitze der Gafner Systemservice GmbH in Waibstadt. Das Unternehmen ist wie viele Mitbewerber im Wirtschaftsfeld Textilservice vom akuten Fachkräftemangel betroffen. Damit wurde auch das Thema Integration zu einem wichtigen Anliegen. Zuletzt war es die drohende Abschiebung eines Mitarbeiters, die ihn dazu bewegte, initiativ zu werden und sich an Landes -und Bundespolitiker zu wenden.

Ob im Handwerk, in der Pflege oder in der Industrie: Das Thema Fachkräftemangel brennt unter den Nägeln. Damit die deutsche Wirtschaft wettbewerbsfähig bleiben kann, ist sie auf qualifizierte Zuwanderung angewiesen. Mit der Fachkräftestrategie, die die Bundesregierung im Dezember 2018 vorgelegt hat, soll die gezielte Einwanderung in den deutschen Arbeitsmarkt geregelt und der Weg in den Arbeitsmarkt für zugewanderte Fachkräfte erleichtert werden.

Markus Oppermann

Von der Theorie bis zur Umsetzung dürfte es noch ein weiter Weg sein und das aktuelle Personalproblem ist aus Sicht von Oppermann nicht gelöst. „Die Unsicherheit über die Bleibeperspektive hängt wie ein Damoklesschwert über uns allen, vor allem, wenn ein Mitarbeiter nur geduldet ist. Wenn uns dieser Mensch, den wir eingearbeitet haben und der einen guten Job macht, von heute auf morgen fehlt, ist das ein großer Verlust“, sagt der Prokurist des Wäschereiunternehmens mit 80-jähriger Tradition, das sich auf die Bereitstellung von Mietwäsche und Textiles Management spezialisiert hat.

Integration ist eine Win-win-Situation

Der Arbeitsmarkt in Deutschland habe sich in den letzten 10 Jahren drastisch verändert, betont Markus Oppermann in unserem Interview für die Fachzeitschrift R+WTextilservice. „Es war noch nie so schwierig bis fast unmöglich, geeignetes Personal zu finden“, so Oppermann. Die Qualifikation der Suchenden decke sich selten mit den Anforderungen der Unternehmen. Umso wichtiger sei es, zuverlässigen Mitarbeitenden, die gut integriert seien, eine Arbeitserlaubnis zu geben und sie langfristig in der Beschäftigung zu halten.

„Es kann einfach nicht sein, dass ein so engagierter Mitarbeiter in seine Heimat abgeschoben wird, die er aus gutem Grund verlassen hat, während wir hier händeringend Mitarbeiter suchen.“

Auf diese Widersinnigkeit wollte ich aufmerksam machen“, sagt Oppermann. Im Fachzeitschriften-Portrait spricht er über die Chancen der Integration von zugewanderten Menschen und die damit verbundenen Herausforderungen für die Unternehmen. Und verbindet dies mit einem Appell an die Menschlichkeit:
„Wer bei uns in Lohn und Brot ist, sollte nicht ständig die Angst vor einer Abschiebung im Nacken haben. Nur so können die Menschen entspannt arbeiten und sich wirklich adäquat integrieren. Unsere Arbeitskräfte sind bestens eingearbeitet und haben sich die nötigen Deutschkenntnisse angeeignet. Wenn wir sie wieder verlieren, ist das sowohl aus menschlicher als auch unternehmerischer Sicht untragbar.“

Lesen Sie das ganze Portrait von Markus Oppermann in R+WTextilservice