Podcasts – da gibt’s was für die Ohren

Endlich Montag! Und Lust auf den Job.

Heiko Link ist Journalist, Coach und Erfinder von Endlich Montag! Sein Spezialgebiet: ‚Jobsuche‘ und alles, was dazu gehört. Als überzeugter Podcaster achtet er darauf, dass seine Gesprächspartner wertvollen Inhalt für die Hörer liefern und das Interview keinesfalls zum Werbeblock wird. Wir haben mal reingehört und sind begeistert! Und wollten jetzt einfach mal wissen: Heiko, wie machst Du das?

Und: Was ist ein Podcast überhaupt?

Heiko Link: In jedem Fall ein wirksames Instrument im Rahmen einer Content-Marketing Strategie. Zuallererst aber eine Video- oder Audio-Datei. Sie wird zu einem Podcast, wenn regelmäßig Episoden erscheinen, die für jedermann öffentlich und gratis abrufbar sind. Im Grunde wie in einem Fernseh- oder Radiosender. Daher auch das cast im Namen, das für Broadcast, also Übertragung, steht. Das Pod kommt übrigens von iPod.

Mein persönlicher Jobsucher-Podcast ist ein Audio-Podcast. Das Audio-Format bietet den großen Vorteil, dass ich beim Hören nicht vor dem Computer sitzen muss. Im Gegensatz zu einem YouTube-Video kann ich mir die einzelnen Episoden über das Smartphone im Auto, beim Joggen, Spazierengehen oder wo immer ich gerade unterwegs bin anhören.

Inhaltlich gibt es zwei Formate: Solo-Shows, in denen nur der Podcaster selbst spricht, und Interview-Shows. Ich produziere fast ausschließlich Interview-Episoden. Damit möchte ich verhindern, dass sich mein Podcast in eine Schlauer-sterben-mit-Heiko-Link-Showverwandelt. Für die Interviewpartner ist das eine gute Möglichkeit, sich dem Publikum des Podcasters zu präsentieren. Ich hatte schon Leute in meiner Show, die als Speaker unterwegs sind und aufgrund meines Podcasts gebucht wurden.

Es geht also auch um Werbung?

Nein, Werbung sollte nicht im Fokus stehen. Kurze, direkte Hinweise und Anspielungen sind zwar okay, dass Interview darf aber keinesfalls zum reinen Werbeblock mutieren. Als Podcaster achte ich allerdings darauf, dass meine Gesprächspartner in erster Linie wertvolle Inhalte für meine Hörer liefern. Es braucht authentische Antworten, denn die Hochglanzbroschüre zum Anhören bringt keine positiven Effekte. Sie richtet eher Schaden an. Wenn jemand in diesem Stil antwortet, würde ich das trotzdem veröffentlichen. Ich gehe nämlich fest davon aus, dass meine Hörer merken, was da gerade gespielt wird. Und dass sie die für sich richtigen Schlüsse daraus ziehen.

Wie werden wir eigentlich Deine Podcast-Hörer?

Wer ein Android-Smartphone besitzt, kann meine Podcasts bei TuneIn, Stitcher oder Podcast.de hören, Applenutzer selbstverständlich bei iTunes. Die Applesoftware ist immer noch die wichtigste Plattform für Podcaster.

Am einfachsten ist es, wenn Ihr die Podcasts, die Euch interessieren, auf Euer Smartphone abonniert. Dann laden Eure Handys automatisch die aktuellsten Folgen (im WLAN) herunter und löschen die, die Ihr schon gehört habt. Auf Wunsch könnt Ihr Episoden sichern. Die automatischen Downloads stoppen ohne Euer Zutun, wenn Ihr einen Podcast über längere Zeit nicht mehr angehört habt. Das Abo bleibt aber bestehen, sodass Ihr mit einem Fingertipp wieder einsteigen könnt.

Und das bringt uns etwas?

Nicht nur Euch, sondern allen. Daher produziere ich unterhaltsame und relevante Inhalte. Jeder Podcast ist für den Hörer wie eine kostenlose Weiterbildung zu einem Thema, das ihn interessiert. Ein Jobsucher-Podcast ist natürlich besonders für Unternehmen interessant, die sich im Rahmen ihrer Öffentlichkeitsarbeit als Arbeitgeber präsentieren wollen. Praktischerweise können die in einem Abwasch noch die Fragen klären, die die Bewerber dieses Unternehmens haben. Das vereinfacht das Personalfindungsprocedere für beide Seiten.

Mir persönlich bringt es auch eine ganze Menge. Da ich nur im Notfall auf Interviews per Skype zurückgreife, lerne ich viele nette Menschen persönlich kennen. Es erweitert mein Netzwerk oder vertieft bereits vorhandene Kontakte. Da Jobsuche rein über Netzwerke meine Spezialität ist, passt das genau ins Programm. Gleichzeitig hält mich jeder Termin im Personalgeschäft auf dem Laufenden und ist auch für mich wie eine kleine Weiterbildung. Zusätzlich vereinfacht der Podcast meine Arbeit als Coach. Im Podcast hat mich der Klient bereits kennengelernt und eine Reihe von Fragen geklärt.

Warum hast Du damit angefangen?

Um Vertrauen zu mir und meinem Coaching-Konzept aufzubauen. Bei der Jobsuche konzentriere ich mich auf den verdeckten Arbeitsmarkt und arbeite mit dem Life/Work Planning Verfahren (L/WP), das ganz ohne Anschreiben, Lebenslauf und sonstiges klassisches Bewerbungsgedöns auskommt. Viele halten das für unrealistisch oder zu abgefahren. Wer so denkt, bucht verständlicherweise kein Coaching bei mir.

Die meisten meiner potentiellen Klienten würden schwören, dass Personaler oder Geschäftsführer in Sachen Jobsuche oder Bewerbung das genaue Gegenteil von mir behaupten. Das hat mich angespornt, einfach mal ganz journalistisch und ergebnisoffen auf der ‚anderen Seite‘, bei den Leuten mit der Einstellungsmacht, nachzufragen. Und ich muss zugeben, dass ich selbst überrascht war, wie deutlich sich in diesen Gesprächen herauskristallisiert, dass wir im Grunde alle derselben Meinung sind. In meinen Gesprächen bekomme ich außerdem auf beiden Seiten mit, wo der Schuh drückt. Das ist wie eine Marktforschung, die meine vorhandenen Angebote verbessert und mich auf Ideen für neue Angebote bringt. Für Jobsucher und für Unternehmen.

Was ist Deine persönliche Motivation?

Ich liebe persönliche Gespräche zu interessanten Themen mit netten Menschen. Dabei ist das Schöne am Podcast, dass die Antworten – im Gegensatz zu einem Text – nicht zigmal überdacht und umformuliert werden, bevor sie nach draußen gehen. Ich habe Fragen vorbereitet, aber manches entwickelt sich auch spontan. Das mag ich besonders.

Speziell auf mein Podcast-Thema bezogen: Ich ‚hasse‘ es, wenn Scheitern verurteilt wird. Und wenn ein Mensch seine Persönlichkeit und das Besondere daran über eine digitale Datei transportieren soll. Da kann man als Personaler ja fast gar nicht anders, als auf Nummer Sicher zu gehen und ausschließlich nach Bewerbern mit aalglatten Lebensläufen zu gucken. Wobei ich glaube, dass dieser ‚Sicherheits-Schuss‘ sehr oft nach Hinten losgeht. Denn: Unternehmen brauchen Regelbrecher, um innovativ sein zu können!

Lieber Heiko, vielen Dank für das interessante Gespräch!

Fotos: Syda Productions /Adobe Stock; Heiko Link 

2 Antworten auf „Podcasts – da gibt’s was für die Ohren“

  1. Spannende neue Welt!
    Ich bin begeistert über Podcast und die tollen Möglichkeiten einerseits Informationen zu bekommen, andererseits Infos weiterzubringen. Ich sitze oft im Auto und nutze gerne die Zeit, meist mit Hörbüchern. In Zukunft wird sich mir durch Podcast viel Aktuelles und Spannendes eröffnen; über das Smartphone im Auto! Freu mich dieses Angebot zu testen.

  2. Dankeschön, liebe Maria Bischoff, die Arbeit meines Kollegen Heiko Link ist sehr spannend! Viel Spaß beim Hineinhören! Herzliche Grüße, Gabriele

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