Mehr als grüne Etikette

Kennen Sie Max Havelaar? Er ist Symbol des fairen Handels und Hauptprotagonist eines Romans des niederländischen Schriftstellers Eduard Douwes Dekker, den er unter seinem Pseudonym Multatuli veröffentlichte. Gar nicht so dumm, dachten wir, sich den Namen des fiktiven Kolonialbeamten zu leihen – oder zumindest einen Teil davon. Schließlich haben sowohl Max Havelaar als auch die Vereinigung MaxTex ein und dasselbe Ziel: Das Bewusstsein für nachhaltigen Handel zu schärfen.

Mit unserem Bezug zur Literaturwissenschaft hat uns das natürlich begeistert. Ebenso wie das Interview mit Gerhard Becker, der uns die Philosophie und den Auftrag der Vereniging MaxTex näher brachte. In diesem Zusammenhang erfuhren wir von dem Geschäftsführer, dass sich das „Max“ aus MaxTex auf die literarische Figur bezieht, die in Holland vermutlich jeder kennt. Zumindest ist Max Havelaar hier wesentlich bekannter als bei uns in Deutschland.

Pionierarbeit im doppelten Sinn

In jedem Fall zählt das Buch „Max Havelaar oder die Kaffeeversteigerungen der Niederländischen Handels-Gesellschaft“ zu den bedeutenden Werken des 19. Jahrhunderts. Es schildert die Karriere des Amsterdamer Beamten Max Havelaar auf Java in Niederländisch-Indien, der sich nicht scheut, das System des Kolonialismus zu hinterfragen. Damals ist das Werk seiner Zeit voraus: Zuerst einmal, weil es literarische Mittel nutzt, die es zuvor nie gegeben hat. Der Autor wird hier nämlich selbst Teil der Geschichte und gleichzeitig zum Ankläger gegen die Kolonialführer. Und zweitens, weil der Gedanke um Nachhaltigkeit für die damaligen Verhältnisse als äußerst revolutionär gilt.

First Movers gestern und heute

Wir bewundern Eduard Douwes Dekkers Pioniergeist und seinen Mut, dieses heikle Anliegen als Stoff für seinen Roman genutzt zu haben. Logisch, dass heute etliche Organisationen den Namen seines legendären Titelhelden verwenden, unter anderem die MaxTex Vereinigung. Ihre Mitglieder sind immer noch Vorreiter in Sachen fairer Handel. Zudem machen sie anderen Unternehmerinnen und Unternehmern Mut, sich ebenfalls mit dem Thema Nachhaltigkeit zu beschäftigen und zu sogenannten „first movers“ zu werden. Ein Anliegen, das Unterstützung verdient und einen Beitrag auf unserem Blog, mit dem wir natürlich auch auf das Portrait in RWTextilservice hinweisen. Spannend war’s und wir haben nicht nur geschrieben, sondern wieder einmal dazu gelernt.

Ulli Rickers/ photocase.de