Nicht rennen, sondern ankommen!

Im Gespräch mit Dirk Freitag

Nichts ist unmöglich. Bis heute rangiert der Toyota-Slogan unter den Top 10 der beliebtesten Werbeclaims. Im Jahr 1995 hatte die Automarke damit ihre Unternehmensphilosophie für den deutschen Markt in drei Wörtern zusammengefasst. Das japanische Managementprinzip Kaizen spielt dabei eine entscheidende Rolle. Im Interview für die Fachzeitschrift RWTextilservice bestätigt Dirk Freitag, dass sich Kaizen im westlichen Kontext und in mittelständischen Unternehmen bewährt.

Dirk Freitag, MultimaticDer Geschäftsführer der Multimatic iLSA Deutschland GmbH & Co. KG, Melle, besitzt die entsprechende Haltung. Nicht von oben herab, sondern mit dem Blick auf die Gesamtheit. So hat Dirk Freitag das Markenimage in achtsamen Schritten strategisch ausgebaut, das Fundament und den Aktionsradius des Unternehmens konsequent erweitert: Portrait Dirk Freitag

Die wertschätzende Einstellung des Multimatic-Chefs begeisterte unser Team und animierte Vanessa, etwas zur Idee der japanischen Lebens- und Arbeitsphilosophie zu schreiben. Sie meint:

Leben wir nicht alle ein bisschen Kaizen?

Was aus der japanischen Lebens- und Unternehmensphilosophie entstanden ist, prägt heute unseren Alltag: in der Wirtschaft und innerhalb der Gesellschaft. Es geht um den Wunsch nach kontinuierlichem Wandel zum Besseren.

Dieser Prozess beginnt bereits in der Kindheit. In den ersten Lebensjahren entwickeln wir unsere Sprache und unsere Motorik. Wir werden mit jedem Schritt besser, wenn wir entsprechend angeleitet, begleitet und gefördert werden. Je mehr Spielraum wir haben, je mehr uns zugetraut wird, umso größer ist die Chance, dass wir unsere Fähigkeiten frei und in unserem eigenen Tempo entfalten. Unser Selbstbewusstsein wächst und wir können unsere Talente ungehindert leben.

Und das ist Kaizen: die Verbesserung zum Positiven in vielen kleinen Schritten. Der Begriff setzt sich zusammen aus den beiden Wörtern kai (Veränderung) und zen (zum Guten hin). Kaizen gehört zu den wesentlichen Stützen der Unternehmensphilosophie, die das Produktionssystem und die Marke Toyota populär gemacht haben. Gemeint ist nicht allein der Prozess, sondern die entsprechende innere Haltung. Toyota hat als einer der ersten Automobilhersteller im kreativen Dialog mit den eigenen Mitarbeiter/innen sein Leistungsangebot kontinuierlich weiterentwickelt und dabei auch seine Kunden aktiv eingebunden.

Als eines der ersten Unternehmen hat Toyota es verstanden, alle Mitarbeiter/innen als Team zu betrachten, um sämtliche Prozesse und Abläufe innerhalb des Unternehmens zu analysieren und schließlich zu optimieren. So wurde die Vision von stetiger und nachhaltiger Entwicklung zur Wirklichkeit. Toyota bewegte sich in vielen erfolgreichen Schritten aus der wirtschaftlichen Stagnation nach dem 2. Weltkrieg heraus.

Schritt für Schritt die Treppe hinauf

In den 90er Jahren sorgte die Veröffentlichung des Buches von Masaaki Irma in Deutschland für einen spannenden Wandel. Schrittweise und nachhaltig etablierte sich Kaizen in der westlichen Wirtschaft unter dem Begriff KVP – Kontinuierlicher Verbesserungsprozess.

Metaphorisch betrachtet, stelle ich mir Kaizen als eine Treppe vor. Wir gelangen nur dann an das gewünschte Ziel oder erreichen eine höhere Ebene, wenn wir Stufe für Stufe hinaufgehen. Mit jedem achtsamen Schritt können wir uns mit unseren besonderen Fähigkeiten oder als Spezialist/in unseres Fachs einbringen: im eigenen Interesse und zugunsten des gesamten Systems. Nichts ist unmöglich! Wenn Menschen bewusst zum Wandel beitragen.

 Foto:  Multimatic

 

Eine Antwort auf „Nicht rennen, sondern ankommen!“

  1. Liebe Vanessa,
    Kompliment. Den Bericht hast du echt toll geschrieben. Sehr informativ und angenehm zu lesen. Hat richtig Spaß gemacht. Weiter so.
    Liebe Grüße
    Birgit

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