Von Meinungsmachern empfohlen: Influencer Marketing

So wirbt man gezielt auf Instagram

Diese neue Form des Marketings ist erfolgreich: Laut einer Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft hat sich bereits jeder fünfte Deutsche ein Produkt gekauft, weil es von einem Influencer beworben wurde. Aber was genau ist Influencer-Marketing und welche Bedeutung haben Begriffe wie Follower, Hashtag und Co.?
Eine junge Frau trinkt einen Schluck ihres Lieblingskakaos. Zwei Sportler zeigen, welche Fitnessnahrung sie zu sich nehmen, um Muskeln aufzubauen. Eine andere Frau testet eine Haarkur. Solche oder ähnliche Momente, festgehalten in Fotos, findet man auf der Onlineplattform Instagram. Hier veröffentlich Nutzer täglich Bilder und Videos aus ihrem Leben. Meistens handelt es sich dabei um private Schnappschüsse.

Häufig entdeckt man aber auch Fotos wie die oben beschriebenen: Sie sind im Auftrag von Unternehmen entstanden, die ihre Produkte und Dienstleistungen bewerben wollen. Diese Art des Marketings nennt sich „Influencer-Marketing“ – und sie ist erfolgreich. Das zeigt eine aktuelle Studie des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BDW). Sie ergab: Bereits jeder Fünfte in Deutschland hat bereits Produkte gekauft, weil sie ihm von einem Influencer angepriesen wurden.

Was sind Influencer, Follower und Co.?

Influencer (deutsch: Meinungsmacher) nennt man Menschen, die auf sozialen Netzwerken angesehen sind und sich deshalb für die Vermarktung eignen. Viele Unternehmen haben Interesse mit ihnen zusammenzuarbeiten, da sie meist über eine hohe Anzahl an Followern verfügen. Darunter versteht man Abonnenten, die regelmäßig dem Profil des Influencers folgen und somit auch regelmäßig über dessen Inhalte (genannt „Posts“) informiert werden. Darüber hinaus erhalten die Meinungsmacher auf ihre Posts viele Likes. Ein Like ist eine Art Gefällt-mir-Angabe, die Instagram-User in Form eines Herz-Buttons unter dem Foto des Influencers aktivieren können und die seine Beliebtheit verdeutlichen.

Ein weiterer Vorteil des sozialen Netzwerkes sind die sogenannten Hashtags. Dabei handelt es sich um digitale, mit Rauten versehene Stichworte. Mit ihrer Hilfe können Nutzer bestimmte Inhalte zu verschiedenen Themen leichter finden. Influencer fügen die Hashtags häufig ihren Bildern hinzu, damit diese auf Instagram besser auffindbar sind und weiter gestreut werden – auch das ist ein Vorteil für Unternehmen, die ihre Produkte möglichst vielen Menschen vor Augen führen wollen.

Influencer-Marketing erreicht Verbraucher gezielt

Influencer tummeln sich nicht nur auf Instagram, sondern auch auf anderen Digitalplattformen wie Youtube, Facebook oder Snapchat. Viele Firmen versprechen sich durch die Zusammenarbeit mit ihnen auch, mit ihren Produkten direkt an die passende Zielgruppe herantreten zu können. Einige der Meinungsmacher auf Instagram haben ihrem Profil thematische Schwerpunkte wie Sport, Mode, Handwerk, Literatur oder Reisen gesetzt. Oft folgen ihnen viele Menschen mit ähnlichen Interessen – dementsprechend auch solche, die eher zum Kauf des beworbenen Produktes geneigt sind .
Laut der Umfrage des BDW sind es v. a. junge Erwachsene zwischen 16 bis 24 Jahren, die sich von Influencern beeinflussen lassen. Jeder zweite habe bereits wegen ihnen ein Produkt gekauft. Diese Altersgruppe ist laut einer Studie des Social-Media-Monitoring-Unternehmens Brandwatch auch die größte auf Instagram: Sie mache 60,4 Prozent der rund 800 Millionen monatlich aktiven Nutzer aus (Stand: Mai 2018).

„Die jüngeren Generationen haben weniger Probleme mit Werbung.“

Auch interessant: Je jünger die Befragten waren, desto weniger stören sie sich dem BDW zufolge an dieser Form der Vermarktung. „Die jüngeren Generationen haben weniger Probleme mit Werbung. Sie erkennen darin einen Nutzen für sich. Wichtig ist, dass Werbung auch als solche gekennzeichnet wird, egal, ob auf klassischen Kanälen oder im Influencer-Marketing“, sagt BVDW-Geschäftsführer Marco Junk.

EFIT wirbt mithilfe von Meinungsmacherin

Viele größere und kleinere Unternehmen und Organisationen arbeiten bereits mit Meinungsmachern zusammen. Ein schönes Beispiel ist die Kooperation der Europäischen Forschungsvereinigung Innovative Textilpflege (EFIT) mit einer jungen Mode-Influencerin. Der internationale Textilreinigungsverband verspricht sich dadurch, vor allem junge Menschen sowohl auf die Dienstleistung Textilpflege als auch auf ihr Qualitätsmanagementsystem fashionCare aufmerksam zu machen. Dies geschieht, indem der Hashtag fashionCare (#fashionCare) von der Influencerin auf Instagram verbreitet wird. Über die Zusammenarbeit und das Thema Influencer-Marketing hat das Fachmagazin R+WTextilservice ausführlich berichtet. Den lesenswerten Artikel finden Sie hier.

Text: Eileen Wesolowski

Foto: https://www.instagram.com/samu.louise/

Quelle: Studie Bundesverband Digitale Wirtschaft (BDW)  e.V. Berlin