Gute Arbeit macht gesund!

Gibt es eine berufliche Gesundheit? Was brauchen wir, um uns im Job gesund zu fühlen. Selbst dann, wenn unser Broterwerb keine Berufung ist? Und was hat der Wert, dem wir unserer Arbeit beimessen, damit zu tun? Barbara Hoffmann will es wissen, von den Menschen, die es betrifft. 

Um Erfahrungen zu bündeln und nicht nur das eigene Knowhow als Grundlage zu nutzen. Das Ziel ist ein weiteres Buch aus ihrer Feder, das zum Umdenken animieren könnte. Wir sind dabei! Unsere Mission heute: Beteiligen Sie sich an der Online-Umfrage der engagierten Autorin. Ganz nebenbei erfahren Sie selbst, welchen Stellenwert gute Arbeit für Sie hat.

Neben all ihren Jobs ist Barbara Hoffmann Mutter. Als ihre Tochter gerade zur Welt gekommen war, schrieb sie ihr erstes Buch mit dem Titel Gedankentausch. Sie schreibt nicht allein, weil es ihr Spaß macht. Sie ist Botschafterin. Mit ihrem neuen Projekt trifft sie ein Anliegen, das Unternehmer_innen und alle Menschen, die in Lohn und Brot stehen, gleichermaßen bewegt. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist das Stichwort. Von möglichst vielen wünscht sie sich Impulse. Barbara Hoffmann mag es gründlich, nah an der Sache, noch näher am Menschen. Wir wollten nun wissen:

Barbara, warum schreibst Du zu diesem Thema? 

Barbara Hoffmann: Als Coach frage ich in erster Linie nach den Absichten und Zielen einer Handlung. Ich frage nicht „Warum?“, sondern „Wozu?“. Wozu schreibe ich also mein Buch? Im Verlauf meiner 15-jährigen Tätigkeit als Sozialberaterin in einer Rehaklinik wurde mir bewusst, es gibt nicht nur eine körperliche und psychische, sondern auch eine „berufliche Gesundheit“. Dafür möchte ich sensibilisieren. Um so nah wie möglich an meinen Leser_innen zu sein, habe ich eine Online-Umfrage erstellt, auf die persönliche, vertiefende Gespräche folgen werden. Die Impulse und Ergebnisse daraus werden maßgeblich in das Buch einfließen.

Welchen Impuls hattest Du für Dein Projekt?

In mehr als 15 Jahren sozialrechtlicher Beratung von Menschen in der Rehabilitation habe ich immer wieder festgestellt, wie groß die Bedeutung von Arbeit und Arbeitszufriedenheit für die Gesundheit insgesamt ist. Ich weiß, wie es vielen Menschen an ihrem Arbeitsplatz geht. Vielen geht es relativ gut, anderen allerdings eher schlecht. 68,6 % meiner bisherigen Umfrageteilnehmer_innen geben an, schon einmal beruflich bedingte gesundheitliche Probleme gehabt zu haben. Diese hängen von unterschiedlichen Faktoren ab. Das sind nicht nur äußere Rahmenbedingungen. Es gibt eine Menge persönlichkeitsbedingte Faktoren: der Grad der Resilienz, die individuelle Sozialisation oder unsere Fähigkeit den Alltag und das Leben zu bewältigen. Ich möchte zeigen, welche Faktoren wirklich zählen und damit meinen Beitrag zu mehr Arbeitszufriedenheit und beruflicher Gesundheit für alle Mitarbeitenden leisten. Zudem bin ich davon überzeugt, dass auch der Unternehmenserfolg durch mehr ‚gute und gesunde‘ Arbeit beeinflusst wird.

Wir reden also über Werte?

Ja, genau. Es geht mir mehr als alles andere um eine praxistaugliche Werteorientierung: um eine positive Vision tragfähiger Werte im Arbeitsleben, die von allen, die täglich aufstehen, um zur Arbeit zu gehen, gelebt und unterstützt werden kann. Jeder Mensch trägt seine persönlichen Werte in sich, seine Wünsche, Bedürfnisse und Erwartungen, unabhängig von der Position, ob mit mehr oder weniger Führungsaufgaben. Diese Bedürfnisse und Erwartungen transparent und nachvollziehbar zu machen, ist eine Kunst, deren Geheimnis im WIE des Miteinanders liegt. Im wertschätzenden Umgang miteinander, in einer Haltung von Offenheit und Respekt. Im Grunde geht es darum, angemessen zu kommunizieren, was für den Einzelnen an seinem Arbeitsplatz wichtig ist. Dazu gehören Kritik, Feedback, usw. Da jeder Mensch in seinem Leben unterschiedliche Muster gelernt hat, damit umzugehen, brauchen wir wertschätzende Kommunikation, die alle Beteiligten erreicht und einbezieht. Die Bilder, die von meinen Interviewpartnern aus verschiedenen Bereichen verbal gezeichnet werden, dürften mir nun wichtigen Aufschluss darüber geben, wie so eine Kommunikationskultur aussehen kann.

Die ersten Ergebnisse meiner Online-Umfrage zeigen, dass 98 % aller Befragten eine ehrliche Wertschätzung am Arbeitsplatz wichtig bis sehr wichtig ist. Nur für 2 % der Befragten rangierte die Bedeutung im mittleren Bereich. Das heißt, die überwiegende Mehrheit teilt diesen Grundwert miteinander.

Wertschätzende Kommunikation im Berufsalltag ist eine  Herausforderung, oder?

Ja, das ist auch meine Erfahrung. Es ist nicht leicht, sie konkret in Unternehmen zu implementieren, sodass sie von allen gelebt wird. In meinen Umfrageergebnissen gibt es trotzdem bereits viele tolle Ansätze und Anregungen, wie dies gelingen kann. In den Interviews, die ich führe, lege ich einen Schwerpunkt auf diese Frage, um weitere Erfahrungen und Ideen zusammenzuführen und Möglichkeiten zur Umsetzung einer guten Arbeitskultur benennen zu können.

Was motiviert Dich persönlich zur guten Arbeit?

Oh, das sind viele Aspekte. Es ist zum einen meine Vision, wie eine gesunde Arbeitswelt aussehen könnte. Mir ist es wichtig, Konflikten vorzubeugen, sie konstruktiv, menschlich, nachsichtig, fördernd, aber auch klar miteinander zu bewältigen. Was können wir tun, um Selbstverantwortlichkeit so zu unterstützen, dass eine offene und wertschätzende Kommunikationskultur möglich ist? Ich möchte, neben Coaching, Workshops und Sozialberatung, einen kreativen und konstruktiven Teil zu einer guten Arbeitswelt beitragen. Ich möchte die Leser/innen ermutigen, JA zu sagen und sie motivieren, ihren persönlichen Beitrag zu leisten – und diesen nicht nur von anderen zu erwarten. Und ich möchte ein gutes Gefühl zu dieser Vision erzeugen. Kein „Ja, aber“, sondern eine Art „Au ja – und jetzt“.

Jetzt freue ich mich sehr auf die persönlichen Gespräche, Mails und Ideen, die mein Projekt ‚Gutes Arbeiten‘ unterstützen. Wer bis zum 31. Juli 2016 an der Online-Umfrage teilnimmt, hilft mir dabei. Es kostet nicht mehr als 10 Minuten Zeit und ich bedanke mich bereits jetzt bei allen dafür!

*Barbara Hoffmann ist Autorin, klinische Diplom Sozialarbeiterin und Systemischer Coach (Art of NLP).

 Fotos: margie/Quelle Photocase und Nadja Jacke

3 Antworten auf „Gute Arbeit macht gesund!“

  1. Eine kurze Zwischenstandsmeldung – ich bin begeistert, wieviel Resonanz es jetzt schon gibt. Zwei Dutzend Personen haben sich allein heute an der im Interview angegebenen Online-Umfrage beteiligt – HERZLICHEN DANK an dieser Stelle!
    Bei manchem hat es sogar zu einer klärenden Auseinandersetzung mit dem eigenen Arbeitsplatz geführt. Ich freue mich, wenn auch so etwas durch die Umfrage gelingt.

    Vielleicht mögen Sie den Link zu diesem Artikel weitersenden? Das wäre großartig!
    Herzliche Grüße und eine gute Zeit,

    Barbara Hoffmann
    Coach/ Autorin

  2. Gute Arbeit macht gesund – und ich möchte noch hinzufügen: Gute Arbeit macht glücklich!

    Denn: Was denken und fühlen wir, wenn wir nach einem guten Arbeitstag nach Hause kommen? Was bedeutet es für uns, einen Großteil des Tages so zu verbringen, dass wir immer wieder sagen können: Ja, das war gut!?
    Ich habe es genau gesehen, da hat jemand gelächelt… Und davon brauchen wir noch viel mehr!

    Ich bin begeistert, dass es da jemanden gibt, der diesem Thema die Aufmerksamkeit gibt, die es braucht – um unsere Arbeitswelt mit jedem Tag und Tun in die Richtung zu verändern, dass wir sagen können: Ja, das ist gut…

    Ich freue mich schon jetzt auf das Buch von Barbara Hoffmann! Und bin gespannt, was sich aus dieser Umfrage möglicherweise noch alles entwickelt.

    Kirsten Schwert

    http://www.erfolgreiche-worte.de

Kommentare sind geschlossen.