Das Projekt Ententeich

Ein Forum für naturverbundene Ostwestfalen

Wie bringt man eine wage Idee in eine Form, entwickelt sie bis zur Reife, findet passende Unterstützer*innen und präsentiert sie adäquat? Dieser Prozess lässt sich mit der Entwicklung des Projekts „Ententeich“ unserer Netzwerkpartnerin Bettina Dempwolf exemplarisch vorführen. Sie berichtet selbst darüber:

Die erste Idee ist selten reif. Im September letzten Jahres war nur eins klar: Ich bekomme einmalig Fördergelder des Landes NRW im Rahmen der Corona Soforthilfe, wenn meine grob skizzierte Idee für förderungswürdig gehalten wird. Beantragt und genehmigt – das hat recht reibungslos geklappt. Spontan wollte ich die vielen verschiedenen Menschen porträtieren, denen ich auf meinen Hundegängen in der Coronazeit um den Ententeich in Bielefeld-Bethel begegne. Ich war und bin einfach fasziniert davon, mit wem man ins Gespräch kommt und wie vertraut ich inzwischen mit Menschen bin, mit denen ich häufig nur kurz spreche, mit einigen aber auch plaudernd in längere Spaziergänge gerate. Menschen, mit denen ich vielleicht sonst nie zusammengekommen wäre. Weil wir unterschiedlich alt sind, unsere Weltanschauungen eigentlich nicht zusammenpassen oder weil wir nicht aus demselben Milieu kommen.

Die Projekt-Idee Ententeich: mehr als ein Selbstzweck

Trotzdem verbindet uns etwas. Hier einmal genauer hinzuschauen und das Besondere an diesen Menschen herauszustellen und in irgendeiner Form vor Publikum zu präsentieren, hätte mich schon sehr gereizt. Leider wurde nichts aus der Idee. In Wort und/oder Bild wollte sich dann doch niemand präsentiert sehen. Also war die große Frage: Was mache ich jetzt mit dem Fördergeld? Was hat weiterhin mit den Menschen am Ententeich zu tun, ist nicht zu privat und interessiert am Ende vielleicht doch ein größeres Publikum? Denn das Projekt sollte ja kein Selbstzweck sein – so jedenfalls mein Wunsch.

Ein Expertenteam für Kommunikation

Wenn man allein nicht weiterkommt, hilft es eigentlich immer, kompetente, kreative Kolleginnen mit ins Boot zu holen. So habe ich auch wort + !dee mit eingebunden. Es wurden Interviews ausgewertet und sogar einen „Pilot“-Workshop abgehalten. Entstanden ist eine Website (erstellt von – und mit Fotos – der Fotografin Nadja Jacke) mit einem bunten Strauß an Themen, die nicht nur für Menschen in Bielefeld-Bethel interessant sein dürften.

Am Anfang war der Teich in Bethel

Die 27 Interviews, die ich letztlich mit ganz unterschiedlichen Menschen am Ententeich im Februar und März dieses Jahres geführt habe, drehten sich unter anderem um die Fragen, ob sie seit Corona die Natur mehr nutzen, sie mehr wertschätzen und von daher auch für schützenswerter halten. Allen Befragten stellte ich die fünf gleichen Fragen. Die Gespräche wurden mit dem Smartphone aufgezeichnet und verschriftlicht. Dem Wunsch der Interviewten entsprechend ist die komprimierte Auswertung zwar mit O-Tönen gespickt, aber Namen werden nicht genannt. Nachzulesen unter „Projekt Ententeich“.

Dieser Teil des Blogs soll sich idealerweise zu einem aktuellen Forum für Belange rund um den Ententeich entwickeln. Hier kann zum Beispiel auf den Blaualgenbefall des Ententeichs oder auf das Müllproblem in den Grünanlagen hingewiesen werden. Auch die Bezirksbürgermeisterin von Bielefeld-Gadderbaum, Hannelore Pfaff, gibt hier ein Interview. Sie beantwortet Fragen und kommentiert Belange, die die Menschen in den Interviews zum Ententeich beschäftigen.

Natur erlebbar machen mit dem Ententeich-Blog

Aber wie macht man diesen Blog einem Publikum schmackhaft, das mit dem Ententeich nichts zu tun hat? Da sich meine Interviews bereits um die Bedeutung von Natur in Zeiten von Corona drehten, lag es nahe, an diesem Thema anzudocken: Wie kann die Natur generell den Menschen stärken, wie können wir mit ihr in Einklang leben oder zu was kann sie uns inspirieren? Sowohl für private Erfahrungen als auch für professionelle Angebote sollte hier Raum sein. Ich habe Anbieter*innen von Kräuterwanderungen, Barfußlauf-Coaching oder Expert*innen in Sachen Urkräfte der Natur angesprochen und sie um ihren Beitrag gebeten. Die Klammer sollte sein: Wie habe ich die Coronazeit erlebt, wie hole ich mir Kraft aus der Natur und/oder wie kann ich die Natur nachhaltig schützen? So sind erste Beiträge entstanden, die sich auch mit wissenschaftlichen Erkenntnissen zur positiven Wirkung von Natur auf den Menschen befassen.

Es würde mich sehr freuen, wenn sich in der Rubrik „Natur erleben“ ein Forum für naturverbundene Ostwestfalen entwickeln würde, die hier ihre Angebote posten und sich Anregungen holen, wie sie die Natur für ihr Wohlbefinden nutzen und/oder ihr Gutes tun können.

Wie geht das Projekt Ententeich weiter?

Dieser Blog wird solange existieren, wie er als Kommunikationsplattform oder als Angebotsforum genutzt wird. Für ein Jahr ist er aus den Projektgeldern finanziert. Bei reger Nutzung würde ich mir langfristig überlegen, ihn in ein Geschäftsmodell zu überführen, das dann auch nachhaltig beworben würde. Momentan betreibe ich ihn als Hobby und aus Sympathie für all die spannenden Beiträge, die hier eingestellt wurden und hoffentlich noch werden. Verbreitet wird er momentan durch die verschieden Autor*innen selbst in den Sozialen Medien oder zum Beispiel durch weitere Blogartikel wie diesem hier. Bitte weitersagen! Nähere Einblicke gibt’s hier: www.projekt-ententeich.de

Text: Bettina Dempwolf