Buchtipp: Insbruck neu entdecken

‚111 Orte in Innsbruck, die man gesehen haben muss‘. Donnerwetter, das ist eine Menge, denke ich, als ich den Buchtitel lese. Ich will es wissen: Hat die Autorin alle Orte tatsächlich besucht und warum sollte ich es ebenfalls tun? Daher schreibe ich meiner österreichischen texttreff-Kollegin, der Verfasserin eines außergewöhnlichen Buchprojekts direkt. Mir ist klar, in ihrem Buch würde ich die Antworten finden. Susanne Gurschler persönlich zu fragen, finde ich charmanter.
Nun freue ich mich über einen neuen, interessanten Kontakt zu der sympathischen Kollegin und ihren Lese- und Reisetipp: für alle, die Lust darauf haben, Unbekanntes an abseitigen Orten zu entdecken. Ob ich es zeitnah schaffe, nach Innsbruck zu reisen? Eher nicht. 111 Orte in einem Rutsch zu besuchen, schon gar nicht. Ich schaue ins Buch und bewundere Tirol aus der Ferne.

Susanne Gurschler über Ihr Herzensprojekt:

Es war schon klar, dass ich es machen will, als ich ‚111 Orte in Tirol, die man gesehen haben muss‘ geschrieben habe. Die 111-Orte-Reihe des Emons Verlags gefällt mir außerordentlich gut und sie ist ausgesprochen erfolgreich. Es erfüllt mich schon mit Stolz, dass meine ‚111 Orte in Tirol‘ 2018 auf Platz 10 der Emons-Bestenliste International gelandet ist und hoffe natürlich, dass auch die ‚111 Orte in Innsbruck‘ viele LeserInnen finden. Das Konzept spricht vieles in mir an, das so richtig meins ist: Mich mit besonderen – auch mit schrägen oder abseitigen – Orten und ihren Geschichten zu befassen und auf die kleinen, oft unscheinbaren, gar versteckten Dinge zu achten. Nicht immer nur die großen, bekannten, vordergründigen im Auge zu haben.

Lesenswerte Zwillinge

Es geht um Orte querbeet: um Orte der Kunst, der Kultur, der Architektur, der Geschichte, der Natur, um Handwerk, nicht zuletzt geht es auch um Menschen. Etwas Spezielles müssen sie haben, etwas Außergewöhnliches. Solche Orte zu suchen, mich damit zu beschäftigen, macht mir unglaublich viel Spaß. Ich lerne selbst enorm viel, auch viel Neues dabei und kann das in einer schönen Form weitergeben.

Die Reihe des Emons Verlags ist primär für Einheimische gedacht, erst in zweiter Linie – aber natürlich auch! – soll sie Gäste, Touristen ansprechen, ihnen einen anderen Blick auf die Region, die Stadt eröffnen. Der Ehrgeiz der AutorInnen besteht also darin, den Menschen aus der Region, aus der Stadt etwas über ihre Umgebung zu erzählen, das sie (so) noch nicht kennen. Das ist eine Herausforderung – eine unglaublich spannende. Am meisten freut mich, wenn als Feedback kommt: Da ist so viel drin, was ich nicht kenne!

 

 

 

 

 

 

 

Zudem sind die Bücher wirklich schön gestaltet – das ist für mich als Autorin UND als leidenschaftliche Leserin wichtig. Die Bücher sind hochwertig gemacht, man spürt die Leidenschaft, mit der die Verleger und ihr Team dahinter sind. Ich liebe diese Cover!

Jeder Ort erhält zwei Seiten, eine Seite Text, eine Seite Bild, dazu Informationen, wie ich dort hinkomme, wann geöffnet ist oder an wen ich mich gegebenenfalls wende. Als Zuckerl gibt es einen Tipp, was man/frau sich in der Umgebung noch anschauen könnte.

Ich nenne die ‚111 Orte in Tirol, die man gesehen haben muss‘ und die ‚111 Orte in Innsbruck, die man gesehen haben muss‘ gern meine Zwillinge. Sie liegen mir sehr am Herzen – und sie passen einfach gut zusammen.

Susanne Guschler ist in Meran (Südtirol) geboren und lebt als freie Journalistin und Autorin in Innsbruck (Tirol). Neben den oben erwähnten Büchern hat sie zuletzt zusammen mit dem Fotografen Thomas Defner den Bildband „Zeitblende Tirol. Defner-Fotografien von 1925 bis heute” im Tyrolia Verlag veröffentlicht.

 

Portätfoto: © Fotowerk
Buchcover 111er © Emons Verlag
Zeitblende © Tyrolia Verlag
Headfoto: Susanne Gurschler